Sommer 2006 mit dem Fahrrad von Korsika nach Olkiluoto / Finnland.
     
 
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Ideologie & Angst

Befürworter von Atomenergie behaupten oft:

die Frage der Atomenergieerzeugung
müsse ideologiefrei betrachtet werden.


Sowie:
Angst ist ein schlechter Ratgeber,
man muß die Frage der Atomenergieerzeugung
angstfrei betrachten.

Zur Ideologie

Wohl wahr:
Ideologien bringen Irrsinn hervor ...

Aber auch wenn gebetsmühlenartig immer wieder vorgebracht wird
– die Frage nach den Risiken der Atomenergieerzeugung
- hat nichts mit Ideologie zu tun.

Sehr wohl aber hat das Ignorieren
einer vernünftigen Abschätzung der Risiken
mit Ideologie zu tun
– mit der Ideologie schlichter Technikgläubigkeit –,
einer Ideologie, die Gefahren leugnet,
einer Ideologie, die auf dem Wunschdenken beruht, es wird nicht wieder passieren,
weil es nicht noch einmal passieren darf.
Ohne Argumente wird behauptet:
wir dürfen die Risiken der Atomenergieerzeugung vernachlässigen.

Wohl wahr:
Ideologien bringen Irrsinn hervor,
dies kann sich beispielsweise so anhören:

Ein Atomkraftwerk in der Hand von Kapitalisten,
ist ein schlechtes Atomkraftwerk.
Ein Atomkraftwerk in der Hand des Proletariats,
ist ein gutes Atomkraftwerk.

Wahr ist aber auch: Ideologien verschwinden wieder.
So wird auch die seltsame Ideologie der Technologiegläubigkeit verschwinden.

Nur leider vollzieht sich der Untergang einer Ideologie
nicht immer friedlich.

Nicht aus Angstmacherei,
sondern um auf Gefahr richtig zu reagieren,
muß man den Ursachen von Gefahren
ins Auge sehen.

Daher
muß man sich auch mit den Risiken
der Atomenergieerzeugung auseinandersetzen.

Zur Angst

Wer keine Angst hat ist dumm!
So mein Vater,
der verletzt mit dem letzten Fieseler Storch
aus dem Kessel von Stalingrad ausgeflogen worden war.

Auf Angst,
unsere überlebensnotwendiges Alarmsignal zum Überleben,
reagiert nur der angemessen,
der ihrer Ursache ins Auge sieht,
um dann entsprechend zu reagieren.

Wer seine Augen
angesichts von Gefahren verschließt
– weil er Angst vor der Angst hat –,
der wird krank.
Er unterdrückt die Angst
– sie bleibt dem Unbewußten überlassen –
und unterdrückte Angst
macht krank.
Die einhergehenden Krankheiten nennt man Phobien.

Ein Ausstieg aus der Atomenergieerzeugung
schafft Probleme. Große Probleme. Doch diese gewaltigen Probleme
sind geradezu lächerlich banal, wägt man sie mit Problemen ab,
die der nächste Supergau mit sich bringt.
Wenn wir nicht aus der Atomenergie aussteigen,
dann lautet die entscheidende Frage leider nicht,
ob es einen weiteren Supergau geben wird oder nicht,
sondern nur wann.